New Work – die neue Arbeit!

New Work steht für oft selbstorganisiertes, selbstbestimmtes und selbstverantwortliches Arbeiten, starre Strukturen werden aufgerissen und mit der Belegschaft gemeinsam flexibler und offener gestaltet. Dabei wächst die persönliche Beteiligung der Mitarbeitenden, sie können zu Gestaltern und Mitverantwortlichen werden.

In der Folge werden sich die Arbeitszeiten verändern und verschieben, Privatleben und Beruf werden sich mehr und mehr vermischen. Eine klare Trennung von Feierabend und Arbeit ist gerade im Home-Office nicht immer leicht zu finden.

Aber auch die Formen der eigenen Beschäftigung oder Unternehmensführung verändern sich rasant. Während der Mittestand wankt und aktuell einzubrechen droht, wachsen die großen Konzerne und werden zu Monopolen, auf der anderen Seite gibt es zunehmend Gigger und Solopreneure, Menschen die z.B. punktuell in bestimmten Projekten mitarbeiten.

Also braucht es auch Bildungsformate und -strukturen, die rund um die Uhr Lernhappen zur Verfügung stellen und die ebenso selbstorganisiert, selbstbestimmt und selbstverantwortlich wie New Work genutzt werden. Zu New Work gehört New Learning!

Doch nur weil sie rund um die Uhr zur Verfügung stehen, müssen sie nicht 24 Stunden genutzt werden. Eine persönliche Work-Life-Balance, einen individuellen gesunden Alltagsrhythmus muss jede/r für sich entwickeln, sonst über- oder unterfordern sich die User bzw. Lerner.

Daraus resultiert für mich, dass persönliche Weiterbildung vielseitig sein muss. Denn nicht nur die berufliche Weiterentwicklung fachlicher Kompetenzen stehen dabei im Focus, auch die ganz persönliche Weiterentwicklung gewinnt an Relevanz. Schauen wir auf die Fähigkeiten, die wir zukünftig noch mehr benötigen, dann sind sie eine wertvolle Richtschnur, was die Ziele von Bildung – gerade auch der schulischen, außerschulischen und betrieblichen Bildung sein müssen:

Allen voran die sogenannten vier K´s:

Kreativität, kritisches Denken, Kommunikationsfähigkeit und Kooperationsbereitschaft, aber auch Charaktereigenschaften wie Achtsamkeit, Mut, Belastbarkeit, ethisches Bewusstsein und Führungsstärke werden notwendiger denn je.

Damit wir unsere Zukunftsfähigkeiten auch in der Zukunft umsetzen und zum Einsatz bringen können, gehört für mich auch der Focus auf die 17 Ziele der Vereinten Nationen für nachhaltige Entwicklung dazu: Überwindung der Armut, weltweite hochwertige Bildung, menschenwürdige Arbeit und Wirtschaftswachstum, um nur einige zu nennen.

Wer also eine zukunftsrelevante Bildung generieren möchte, muss diese Ziele integrieren. Sie liegen jedoch primär nicht auf der Ebene von kognitivem Wissen, sondern auf der Ebene von Haltung und Einstellung. Und um diese bei Mitmenschen bzw. Lernenden positiv zu beeinflussen, braucht es keine „Point-Druckbetankung“, sondern sorgfältig aufbereitete, ganzheitliche und multisensorische Lernszenarien, die unter die Haut gehen, die Menschen inspirieren und aufrütteln.

Dies kann künftig nicht mehr an einem Schreibtisch, in einem Büro, aus einer bestimmten Perspektive geleistet und entschieden werden. Viel zu komplex sind die Zusammenhänge, die Auswirkungen und Folgen für eine Organisation bzw. ein Unternehmen. Hierzu braucht es ein Team: ein Team aus Bildungsexperten, verantwortlichen Führungskräften bzw. Entscheidern, Praxisanleitern und Wissenskuratoren. Sie sollten arbeiten Hand in Hand arbeiten, um bestmögliche, nachhaltige und alltagsbezogene Bildung zu gestalten.